U zu P: «Sage mir bitte, wie ich den besten Therapeuten, die beste Therapeutin finde, ich bin grad so wütend, mein*e Geliebte*r geht fremd.»

P antwortet: «Der Mensch, dem du gerade begegnest, ist der oder die Beste für dich.»

U fragt: «Du meinst, ich soll zu dir in Therapie gehen?»

P lacht: «Ja, solange wir zusammen sind.»

U ist verdutzt. «Wie meinst du das?»

P antwortet: «Wann immer du einem Menschen begegnest, sei es im Supermarkt, sei es im Bett, sei es bei der Arbeit, sei es beim Sport, egal wo und egal weshalb – von diesem Menschen kannst du am allermeisten über dich lernen.»

U staunt: «Wie sollte das gehen?»

P: «Achte auf dich selbst, auf die Gefühle, die in dir aufsteigen. Sie zeigen dir, wie du tickst. Wenn du zum Beispiel wütend wirst, hat das mehr mit dir selbst und deiner Geschichte zu tun als damit, was die andere Person gerade sagt.»

U schmollt: «Das ist keine gute Antwort auf meine Frage. Ich brauche einen Therapeuten oder eine Therapeutin, und du kommst mir mit so blöden Antworten.»

P lacht: «Jetzt bist du wütend auf mich. Statt mich anzumachen, könntest du jetzt dem nachgehen, weshalb du in dieser Situation wütend wirst. Dann lernst du mehr über dich selbst, als in einer Therapiestunde, wo du über deine Wut auf deine*n Geliebte*n redest.»