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Wir sind daran, psychisch und physisch kaputt zu gehen. Wir, das sind viele von uns. Bis zu einem Drittel der Bevölkerung ist gemäss Bundesstatistik von einer psychischen Krankheit betroffen.

Wir wissen, dass

Fällt Ihnen etwas auf?

Je weniger leistungsstark jemand ist, je schwächer jemand ist, desto weniger Aufmerksamkeit und Ressourcen bekommt er oder sie. Ob Kinder oder Alte, Ungebildete oder Misshandelte, körperlich oder psychisch Kranke, Arbeitnehmer:innen in einem Abhängigkeitsverhältnis, Frauen die Angehörige / Nachbar:innen unterstützen – sie alle sind uns nichts wert.

Statt dass wir unseren schweizerischen Reichtum und Wohlstand dafür einsetzen, dass alle ein weniger gestresstes und erfüllteres Leben haben können, sparen unsere Politiker:innen an allen Ecken und Enden. Privat sind wir im Dauer-Wettbewerb mit ganz vielen andern. Die tägliche Informationsflut aus aller Welt und allen Kanälen gaukelt uns vor, allen andern gehe es finanziell, gesundheitlich und psychisch besser.

Wir glauben ein Recht zu haben auf ein langes, glückliches, gesundes Leben ohne Sorgen, ohne Verluste, ohne Trauer, ohne Schmerzen, ohne Leiden, ohne Unsicherheit. Wenn unsere Erwartung nicht erfüllt wird, empören wir uns und suchen den oder die Schuldigen. Wir fühlen uns schlecht behandelt durch Pandemie, Krieg und Klimaentwicklung – und sind dauerempört und suchen nach Schuldigen.

Statt das Leben als das zu nehmen, was es ist, nämlich ein Abenteuer mit ungewissem Verlauf und Ausgang, fordern wir ein, was wir glauben, was uns zusteht. Wenn jemand neben uns strauchelt, schwach ist, traurig ist, verwirrt ist, verzweifelt ist – bleiben wir in unserem Rennen um das Glück nicht stehen und stehen ihm oder ihr bei. Nein, denn wir haben genug mit uns selbst zu tun und es gibt immer noch viele, die schon weiter vorne, weiter oben sind. Dann reisen wir mal schnell weg oder kaufen uns was Neues – man gönnt sich ja sonst nichts. Wir strampeln im Hamsterrad – und merken nicht, dass wir uns selbst kaputt machen.

Auch Sie haben nur ein Leben, nutzen Sie es.

Gehen Sie langsam und Schritt um Schritt, dann entfaltet sich der Weg unter Ihren Füssen.